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Donnerstag, 3. Juli 2014

...weil's ja nur ein eigenes gibt.

Ein Hoch auf den eigenen Kopf, auf die eigenen Ideen und aufs Alleinsein. In meiner Schulzeit hab ich die Fächer ‚Handarbeit & Werken‘ und ‚Kunst‘ schon immer zu meinen liebsten Stunden gezählt - ABER ich sag’s, wie's ist: Sie waren auch anstrengend. So anstrengend! Warum? Da waren diese Aufgaben mit der Forderung nach einer möglichst kreativen, einer möglichst tollen und vorbildlichen Ausführung. Auch wenn das keiner so direkt formuliert hat. Jeder von uns hat nach links geschaut und dann nach rechts, was machen die anderen? ...Mir fällt nichts ein. Sieht das besser aus als meins? Manche schlenderten durch die Tischreihen und schauten verstohlen auf die Arbeiten der anderen. Eigene Ideen zu finden und zuzulassen war so schwierig in dieser Atmosphäre. Ganz oft haben wir Einfälle schon wieder verworfen, bevor wir sie  überhaupt angefangen hatten, wir haben‘s nicht mal versucht. Wir haben gar nicht erst zugelassen, dass aus ihnen was entsteht. Und wenn es nur deshalb war, weil wir nur ein Blatt Papier bekommen hatten, weil wir nur dieses eine Stück Holz hatten oder weil es schade um die Farbe gewesen wäre. Oder weil wir zu sehr darauf fixiert waren, was denn unser Nachbar, unser Freund, unser Lehrer sagen würde, wenn uns dieser Versuch nicht gelingen würde...
... ich will gar nicht behaupten, dass der Kunstunterricht in der Schule schlecht war – obwohl er es teilweise tatsächlich war – aber ich will damit beschreiben, was das Werkeln und das kreative Arbeiten für mich heute zusätzlich schön macht:

Dass da keiner hinter mir steht, über meine Schulter schaut und meiner Arbeit am Ende eine Note aufdrücken wird. Dass ich ausprobiere, mutig bin. Und lässig. Dass ich Papier zerknülle und über meine Schulter nach hinten in den Papierkorb werfe und darüber lache. Dass da keiner links oder rechts neben mir sitzt, der eigentlich „das Gleiche“ macht wie ich und wir uns hinterher die Frage stellen, wessen Arbeit „besser“ geworden ist. Weil’s ja kein besser gibt, kein besser geben kann. Sondern nur ein eigenes

In der Schule war keine Zeit, um Anläufe zu nehmen, um nochmal neu zu starten. Wer schafft es schon in 45 Minuten, mindestens einmal hinzufallen, wieder aufzustehen, es nochmal zu versuchen und dann vielleicht wirklich mit einem schönen, einem befriedigendem Ergebnis Platz zu verlassen gehen? Ich hab das nicht geschafft...

Dienstag, 6. Mai 2014

Gleichgewicht.

Ob man das jetzt als esoterisch bezeichnen will oder nicht, als Gefühlsgedöns oder was auch immer ... Ich glaube, wenn irgendwas im Leben wackelig wird, sei es die Zufriedenheit, die Ausgeglichenheit, die Beziehung oder die Gesundheit, dann muss man das nicht mit irgendeiner Form von Schwäche gleichsetzen.

Ich glaube, dass die Welt in vielen Dingen vielleicht zu schnell ist, zu unruhig und zu fordernd und wenn wir immer mitschwimmen, hinterher hasten – und das ist nicht im negativen Sinne gemeint – um dabei zu sein, im Leben, am liebsten die ganze Zeit, dann wird’s für manchen von Zeit zu Zeit anstrengend. Und schwierig. Manchmal wackelig. Wir verlieren das Gleichgewicht. Und ich finde auch, dass man das laut sagen kann und darf. Was ist schlimm daran, nicht die ganze Zeit funktionieren zu können? Ist das nicht eher sympathisch, weil es –menschlich– ist und eben nicht maschinell?

Manchmal reichen nur ein, zwei persönliche „Niederlagen“ am Tag, wie vielleicht eine Aufgabe, die wir einfach nicht auf Anhieb hinbekommen, ein geplatzter Termin… eigentlich harmlose Sachen. Die blasen sich auf, werden dramatisch, weil wir denken, dass einfach  NICHTS funktioniert. An einem Tag, der vielleicht morgens schon mit einer Facebook-Chronik voller happy news von anderen anfängt,  von instagram-selfies von makellos schönen & glücklichen Menschen (zumindest auf dem Bild) begleitet wird... dann ein blöder Patzer - und am Ende klappt nicht mal das Frustshoppen, weil keine Hose passt… das war’s dann. 

Sowas hat jeder mal. Oder? Was mir an solchen Tagen hilft: 
Fokussieren. Auf sich selbst.


Ich glaube, dass ein äußeres Gleichgewicht auch dem inneren Gleichgewicht hilft. Ein ruhiges Auspendeln ohne krampfhafte Gewalt. Ohne Zeitdruck, ohne Ungeduld. Konzentrieren auf sich selbst und dabei den Kopf frei kriegen. Habt ihr schon mal Slacklinen ausprobiert? Da gehts genau darum. Gleichgewicht. Außen, und innen kommts dann von allein. Ich hab das auch schon ausprobiert, zwischen zwei Bäumen und ich bin mit diesen Tipps ganz gut gefahren – nach einer Stunde konnte ich schon einige Schritte weit gehen und der Kopf war frei. 
Und für zuhause seht ihr oben meine zwei liebsten Übungen. Sie funktionieren immer, bei mir zumindest. Sie sind gut für die Balance und schenken mir gleichzeitig jene Minuten am Tag, an denen ich abschalte, nicht denke, sondern mich fokussiere. Auf mich und mein Gleichgewicht.
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