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Freitag, 13. Juni 2014

[wohnen] mein traum von einer schrankwand

Mein Zimmer, mein Reich, mein Zuhause.

In meinem Zimmer mit dem großen Fenster im vierten Stock bin ich zu Hause. Hier verbringe ich viele Stunden, in manchen brüte ich über Studienaufgaben, in manchen lehn ich mich einfach nur zurück und schaue nach unten auf die Straße, wo immer was los ist.

Mein Zimmer gehört zu meinen liebsten Orten, weil es auch mein persönlichster Ort ist. Den ich so gestalten kann, wie er mir gefällt und der sich mit mir verändert. Veränderung ist mir wichtig und oft feier ich innerlich eine kleine Party vor Freude, wenn ich mal ein Möbelstück gerückt habe und mir diese Entscheidung ganz hervorragend vorkommt! Details verändern, mal klein, mal groß. Neue Farben, neue Ordnung. Wie viel das ausmacht…!? Ich liebe es, Pläne zu schmieden. Und ich skizziere, male mir Ideen aus, denke über Ordnung nach, über System und Wohlfühlen. Ich male gerne Bildchen von meinen Vorstellungen, halte fest, wie ich mir mein Zimmer in jenem Moment erträumen könnte. Eine davon zeig ich euch heute.


Ein schon sehr lang gehegter Wunsch: Eine Regalwand. Eine große Regalwand.
Mein Zimmer hat eine Dachschräge. Die ich sehr liebe, weil sie es so gemütlich macht und am Fenster in der Mitte sitze ich oft lange mit einer Tasse Kaffee in der Hand und arbeite oder denke einfach nach. Wenn die Dachschräge eine Sache mit sich bringt, die etwas kompliziert ist, dann ist es die Sache mit der Aufbewahrung. Einen Schrank oder ein Regal zu nahe an die Schräge zu stellen sieht doof aus, aber wie gerne hätte ich viel, viel Platz für die Aufbewahrung meiner liebsten Sachen. Ich hab so viele Bücher, so viele Blöcke, Ordner und Zettelkästen. Mit so vielen Worten und Bilder drin und drauf und jedes von ihnen ist mir so wichtig. Wenn ich sie alle zusammen in einer Regalwand unterbringen könnte – ach, wär das schön! Aber die Schräge war immer ein Problem. Mit dem 3D-Konfigurator von meine-möbelmanufaktur hab ich neulich rausgefunden: Hier kann man mit den eigenen Maßen planen und auch Dachschrägen mit einberechnen!

Und so träume ich jetzt doch wieder von einer Regalwand, vielleicht sogar einer Wohnwand, die ideal für mein kleines Reich wäre. Die nicht drückend wirkt, die vielleicht sogar aus mehreren Komponenten besteht, Regale, Hängesideboards, Schränke… Luftig leicht, in einer schönen Farbe und am liebsten aus hochwertigem Holz. Vielleicht mit Materialmix aus Holz und Lack. Mit einigen geschlossenen Fronten, sodass ich geliebte Zeichen- und Bastelutensilien auch vor Staub und Schmutz schützen kann. Und alles ausreichend aufgeräumt aussieht. Meine Bücher und Zettelkästen sollen in offenen Schrankelementen immer griffbereit sein…

Solche Wohnwände sind eine große und auch kostspielige Anschaffung und ich muss zugeben, dass immer die Angst mitspielt, das Zimmer könnte dadurch viel kleiner wirken. Die Furcht, dass große Regalwände drückend wirken könnten… Deshalb ist es wohl wichtig, immer einen luftigen Charakter zu bewahren, vielleicht mit hellen Farben und viel Freiraum…!? Oder wäre es doch besser, zum Beispiel auf eine geschlossene Wand mit push-to-open-Elementen zu setzen…?

Ich werd auf jeden Fall noch ein bisschen skizzieren und weiterträumen – aber auch das kann ich wirklich nur weiterempfehlen, denn so macht man automatisch eine kleine Bestandsaufnahme: Was hab ich? Was ist mir wichtig? Wovon könnte ich mich trennen?


Wer von euch hat Erfahrung mit großen Regalwänden oder Wohnwänden?

Dienstag, 11. März 2014

[design] Stühle

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Kein Möbelstück hat für mich mehr Persönlichkeit als ein Stuhl: Vier Beinchen und eine Körpersprache die ruft „komm, nimm doch Platz!“ 
In meiner Wohnung gibt’s kaum zwei gleiche Stühle, ich hab ein kleines Sammelsurium und gerade das mag ich. Weil jeder Stuhl seine eigene Geschichte hat. Und wenn von einem meiner Stühle der Lack abblättert, dann streiche ich ihn neu an und wenn das Polster Löcher bekommt, dann ziehe ich neuen Stoff drüber. Es ist, als würden sie dadurch ein neues Kleidchen bekommen, während ihr Charakter aber trotz allem gleich bleibt. 
Stühle können geliebte Mitbewohner sein, die Dich immer treu auffangen. Robust und stilvoll.

Stühle sind ja meistens „nur“ aus ein paar Streben und Flächen zusammengesetzt. Manche sind filigran und verschnörkelt, andere weich und schwer. Manche sind puristisch, manche haben Blümchenprint. In manchen versinken wir  und manche brechen unter uns zusammen. Manche sind gefedert und andere sind aus kaltem Billigplastik. Manche können wir sogar selbst konfigurieren, wie  die Stühle bei Frohraum. Manche finden wir auf dem Flohmarkt und schleppen sie in der U-Bahn nach Hause, obwohl sie viele Macken haben. Manche Stühle haben wir von den Großeltern geerbt und für manche Stühle finden wir kein anderes Wort als hässlich.

Der Stuhl hält Architekten und Designer seit Jahrhunderten auf Trab. Aber mal ehrlich, wenn wir heute einen Stuhl im Möbelhaus anschauen, dann sehen wir eigentlich eher den Nutzgegenstand in diesem Möbel als eine designte Konstruktion. Dabei können Stühle wirklich kleine Kunstwerke sein! 


Kennt ihr diese Stühle, auf die man sich niederlässt und unwillkürlich anfängt, sich sanft zu wiegen und zu wippen…!? Das sind diese Stühle ohne Hinterbeine, die man Freischwinger nennt. Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe hat sie 1927 entworfen und noch heute sind sie modern. Ein zeitloses Design und ein kleines Statik-Kunststück, wie ich finde. 

Wenn Mies van der Rohe sagt, dass es schwerer ist, einen Stuhl zu bauen, als einen Wolkenkratzer, dann wird er damit wohl recht haben. Er konnte nämlich beides sehr gut.

Manche schauen mich vielleicht komisch an, aber ich sag’s gerne immer wieder: Ich mag Stühle.
Und ihr?
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